Nina Deißler´s Tipps zum erfolgreichen Flirt

 
nina deißlerNina Deißler ist Trainerin für Flirten, Partnerschaft, Kommunikation und Buchautorin. Eine langjährige Berufserfahrung und diverse Abschlüsse, von der kaufmännischen Ausbildung bis hin zur Therapeutin, zeichnen die erfolgreiche Liebesexpertin aus. Der eine oder andere kennt die sympathische Frau vielleicht aus einer der vielen TV- oder Radio- Sendungen, in denen sie ihre Expertise bisher weiter gegeben hat. Regelmäßig bietet sie Seminare an, in denen Mann und Frau eine Basis für eine Partnerschaft oder ein besseres Selbstwertgefühl finden können. Ihre eigenen Erfahrungen hat sie, zusammen mit ihrem Mann Claudius Mach, in ihrem Buch „Für immer verliebt“ niedergeschrieben und erzählt aus erster Quelle. Wir haben Frau Deißler zum Thema Dating und Flirten befragt und zahlreiche Tipps für ein positives Ergebnis in der Liebe erhalten. Mehr Infos gibt es unter: www.kontaktvoll.de
 

Was finden Sie persönlich besser, um einen neuen Partner kennenzulernen? Online-Dating oder das konventionelle Kennenlernen in der Offline-Welt? Können Sie kurz auf die Vor- und Nachteile dieser beiden Varianten eingehen?

Natürlich hat Online-Dating seine Vorteile. Man kann einigermaßen sicher sein, dass das jeweilige Gegenüber tatsächlich auch Single und an einer Partnerschaft interessiert ist. Man lernt Menschen kennen, denen man so im Alltag vielleicht nicht begegnen würde (u.a. weil man in verschiedenen Gegenden wohnt) und man erfährt schon im Vorhinein einiges über den potentiellen Kandidaten.

Andererseits muss man sehen, dass das Gefühl von Zuneigung keine Entscheidung ist, die wir aufgrund von „Fakten“ treffen, wie wir sie in einem Onlineprofil lesen können, sondern eine Frage der Ausstrahlung und der gegenseitigen Anziehung. Das, was uns bewusst ist, ist nicht das, was uns tatsächlich anzieht. Letztendlich gibt die Selbstbeschreibung eines Menschen in einem Datingprofil nur wieder, wie er sich selbst gerne sehen möchte, nicht zwangsläufig wie er tatsächlich ist.

Hinzu kommt, dass bei einem Date durch ein Portal sehr häufig eine Art „Bewerbungs-Atmosphäre“ herrscht, die oft nur wenig Platz für Romantik lässt und so manchen vergessen lässt, dass er/sie jemanden datet, weil man sich gerne verlieben möchte. Die Partnersuche über ein Datingportal löst außerdem in unserem Gehirn tendenziell eine Denkweise aus, wie sie beim Online-Shopping besteht. Unser Unterbewusstsein unterscheidet nicht unbedingt, ob es sich bei den gezeigten „Angeboten“ um Menschen oder Schuhe handelt und so kommt es häufig dazu, dass wir dem potentiellen Partner gegenüber eine Art „Konsumentenhaltung“ an den Tag legen, die nicht gerade förderlich ist für das Verlieben.

Ihr Motto lautet „Leben heißt Erfahrungen machen“. Inwieweit lässt sich das auf die Liebe und die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Mann und Frau übertragen?

Jede zwischenmenschliche Beziehung ist eine Erfahrung. Die meisten Menschen sind generell eher in einem „Vermeidungsmodus“. Sie versuchen Erfahrungen zu vermeiden, die ihnen unangenehm sind. Sie wissen gewissermaßen, was sie nicht (erleben) wollen und suchen daher eher nach dem Ausschlussprinzip. Da unser Gehirn jedoch bildhaft arbeitet, fokussieren wir uns mit diesem Ausschlussprinzip immer wieder unbewusst auf das, was wir nicht wollen und kreieren damit immer mehr unliebsame Erfahrungen. Fakt ist jedoch, dass zwei Menschen immer aufeinander (oder besser gesagt miteinander) reagieren: Eine Aktion ermöglicht eine Re-Aktion und in der Liebe ist das ein bisschen, wie wenn man einen Chemiebaukasten ohne Beschriftung hat. Man erfährt erst, wie man zusammen ist, wenn man die beiden „Komponenten“ (also Menschen) zusammenbringt. Man kann Erfahrungen nicht denken, man kann sie nur machen. Wer also bei jedem potentiellen Kandidaten versucht, zu „erdenken“ wie es sein könnte, der macht nur die Erfahrung wie es ist, Möglichkeiten zu durchdenken, die nichts mit der anderen Person und dem Leben selbst zu tun haben.

Was ist Ihr ultimativer Tipp für Frauen, um einen Mann beim ersten Date/Kennenlernen den Kopf zu verdrehen? (Tipps zum Aussehen, Auftreten, Sprache etc.)

Da Verliebtheit aus dem Unbewussten heraus entsteht, gibt es leider keine Tipps mit Garantie – aber durchaus gibt es ein paar wichtige Dinge zu wissen. Männer unterhalten sich häufig „versehentlich“ auf der Sachebene und glauben, dass sie die Frau von sich überzeugen müssen. Häufig gilt dabei sogar die Faustregel: Je toller er die Frau findet, desto mehr dummes Zeug redet er. Glauben Sie also nicht, dass er sich nicht für Sie interessiert, nur weil er zum Beispiel die ganze Zeit nur über sich redet. Auch wenn er eher wortkarg ist und Ihre Fragen zwar beantwortet, aber im Gegenzug nicht bei Ihnen nachfragt, heißt das nicht, dass er sich nicht für Sie interessiert. Es bedeutet eher, dass er wahrscheinlich einfach nervös ist und nichts falsch machen will. Finden Sie ein Thema, für dass sie sich beide begeistern können.

Was ist im Gegenzug ein absolutes Tabu beim ersten Kennenlernen? Was machen viele Frauen falsch?

Viele Frauen haben tatsächlich eine Ambivalenz in ihren Erwartungen und ihrer Haltung. einerseits wünscht man sich einen souveränen, charmanten Mann, andererseits reißt man die Tür selbst auf, sucht sich einen Platz und bestellt, bevor er etwas unternehmen kann. Viele Männer wären sehr gerne sehr viel charmanter, wenn wir Frauen sie nur lassen würden! Unterstellen Sie Ihrem nächsten Date nicht alle Fehler, die Ihr Expartner oder Ihr letztes Date gemacht hat. So hat der potentielle Kandidat keine Chance! Bleiben Sie entspannt, freundlich, offen – aber auch ein bisschen anspruchsvoll. Ein Mann möchte eine Frau eigentlich gerne erobern, aber sie muss sich auch erobern lassen.

Kann man selbst als introvertierter und schüchterner Mensch Flirttaktiken umsetzen oder wirkt das dann unnatürlich? Wirken ein großes Selbstbewusstsein und ein starker Selbstwert bei Frauen für viele Männer nicht eher abschreckend und wird von ihnen häufig als Arroganz gewertet? (Frage bezieht sich auf das traditionelle Klischee, dass der Mann eher die Initiative ergreifen sollte und Männer sich nicht trauen, selbstbewusst wirkende Frauen anzusprechen).

Die meisten Frauen, die sehr selbstbewusst wirken, haben tatsächlich gerade in Liebesangelegenheiten nur wenig Selbstwertgefühl. Woher das kommt und wie man damit umgeht, wäre in wenigen Sätzen nicht wirklich ausreichend zu erklären. Doch genau deswegen vermittle ich in meinen Büchern und Seminaren eher keine „Taktiken“, sondern ein Bewusstsein und Verständnis für das andere Geschlecht und die Psychologie der Anziehung. Damit kann jeder Mensch dann seinen eigenen Stil weiterentwickeln – egal ob er spürbar schüchtern oder „zu selbstbewusst“ ist.

Foto: Claudius Mach