Gewollte und ungewollte Fesseln in Beziehungen

KatelynFesseln in Beziehungen sind häufig negativ assoziiert und nicht bewusst herbei geführt. Sie schleichen sich in einer Beziehung ein und manifestieren sich zu lähmenden Konstrukten, die schlimmstenfalls zum Beziehungsende führen. Ebenso gibt es innerliche Fesseln, die betroffene Personen so stark hemmen, dass sie sich nicht mehr auf andere Menschen einlassen können. Mit dieser sehr umfassenden Problematik hat sich auch die Romanautorin Katelyn Faith beschäftigt und in ihrem Roman „Unsichtbare Fesseln“ thematisiert. Datingvergleich.de hat mit ihr ein Interview geführt und ihr ein paar ziemlich persönliche Fragen zum Thema gestellt.

Ihr Buch trägt den Titel „Unsichtbare Fesseln“ und wurde sicherlich wohl durchdacht gewählt. In der Liebe gibt es viele Formen von „Fesseln“, die eine Beziehung determinieren bzw. schwächen können. Würden Sie bitte kurz beschreiben, welche Fesseln Sie in Ihrem Roman zwischen ihren Protagonisten Ella und Sean beschreiben?

Die Protagonistin Ella leidet tatsächlich unter einigen Fesseln, die sie bisher daran gehindert haben, eine Beziehung einzugehen. Es sind verschiedene Ängste, bedingt durch sehr unschöne Erlebnisse in ihrer Vergangenheit. Ein wichtiger Satz vom Anfang des Buches lautet: „Jeder Mensch hat Angst. Der Unterschied liegt nur in der Frage, vor was.“ Und genau darum geht es in dem Buch – wie sehr darf ich zulassen, dass meine Ängste mich am Leben hindern? Dass ich Dinge vielleicht gar nicht erst versuche, weil ich zu viel Angst vor negativen Erfahrungen habe? Von diesen „Unsichtbaren Fesseln“ befreit Ella sich im Laufe des Romans.

Ihre Hauptcharaktere haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Sie haben unterschiedliche Interessen, verschiedene Ansichten und wurden auf ganz konträre Weise von ihrer Vergangenheit geprägt. Glauben Sie, dass auch im realen Leben zwei Menschen zusammenfinden, die so komplett verschieden sind? Haben diese Konstellationen gute Chancen, langfristige und glückliche Beziehungen zu führen oder heißt es ihrer Meinung nach in der Liebe und Partnerwahl eher „gleich und gleich gesellt sich gern“?

Faith coverIch glaube, dass der alte Spruch „Gegensätze ziehen sich an“ durchaus wahr ist. Nicht nur biologisch gesehen, sondern auch auf anderen Ebenen. So ist es ja zum Beispiel erwiesen, dass sich Männer und Frauen mit sehr unterschiedlichen Genkonstellationen anziehend finden – eine Schutzfunktion der Natur gegen Inzest. Wenn man alles teilt – Interessen, Hobbys, womöglich sogar einen ähnlichen Job ausübt – wird eine Beziehung ja auch sehr schnell langweilig. Wir leben doch davon, neue Impulse zu bekommen, und was könnte schöner sein, als diese Impulse beim eigenen Partner zu finden? In einigen Grundsätzen sollte man natürlich einer Meinung sein, sonst hat die Beziehung wohl kaum eine Chance. Wenn der eine von einer großen Familie träumt, der andere aber lieber die Welt umsegeln möchte, kann das nicht wirklich gut gehen. In allen anderen Bereichen ist es aber meiner Meinung nach wichtig, dass es auch Unterschiede zwischen den Partnern gibt. Dinge, die jeder für sich allein macht, zum Beispiel. Es ist für mich wichtig, in einer Partnerschaft auch immer noch ein eigenständiger Mensch zu bleiben und nicht komplett mit dem Lebensgefährten zu verschmelzen. Und dazu hilft es natürlich, wenn man verschiedene Interessen hat.

Ein Zitat aus Ihrem Roman lautet: Es kommt nicht darauf an, was das Leben uns für Steine in den Weg legt. Es kommt darauf an, was wir aus diesen Steinen machen.“ Könnten Sie dieses Zitat bitte auf die Liebe zwischen zwei Menschen übertragen und sagen, was Sie genau damit meinen?

Das Zitat stammt von meinem Protagonisten Dave. Er meint damit, dass man mit den Steinen des Lebens verschiedene Dinge tun kann – man kann eine Mauer um sich herum errichten, wie es die Protagonistin Ella getan hat. Man kann aber auch Brücken bauen, Häuser … Auch in Beziehungen läuft häufig mal was schief, und viele geben eine an sich gute Beziehung schnell auf, sobald erste Stolpersteine auftauchen. Um sich direkt in die nächste Beziehung zu stürzen und dort dasselbe Spiel von vorn zu spielen. Man sollte eben auch in Beziehungen versuchen, aus den Steinen etwas zu bauen. Ein Fundament zum Beispiel, damit das Haus der Partnerschaft nicht gleich bei einem kleinen Herbststurm zerbricht. Meiner Meinung nach sind Beziehungen, in denen es auch schlechte Zeiten gab, viel stabiler. Denn schließlich schweißen auch negative Erlebnisse und Krisen, die man gemeinsam bewältigt hat, zusammen.